Ziele

Teilvorhaben 1

Group Awareness und Intelligente Prompts

In diesem Teilvorhaben werden Maßnahmen zur Steigerung der Awareness – d.h. der gegenseitigen Gruppenwahrnehmung in Kleingruppen der online-gestützten Lehre – konzipiert und technisch umgesetzt. Hierzu gehört zum einen die innovative Visualisierung der Gruppenprozesse, um den Lernenden die Aktivität und Kooperation der Gruppe zu veranschaulichen und somit auch Anreize zur Verhaltensänderung zu geben.

Des Weiteren sollen intelligente Prompts – automatisierte Rückmeldungen von quantitativen und qualitativen Informationen zur Gruppenarbeit sowie gezielte Hinweise zu deren Verbesserung – zur Steuerung der Gruppenarbeit entwickelt werden. Die technische Implementierung erfolgt auf der Basis der Lernplattform Moodle, die in der Hochschullandschaft weit verbreitet ist und daher eine breite Nachnutzung ermöglicht. Eine Erprobung der entwickelten Maßnahmen erfolgt im Rahmen von Online-, MOOC-basierten sowie Präsenzveranstaltungen der FH Lübeck.

Teilvorhaben 2

Pädagogisch-psychologische Intervention

Dieses Teilvorhaben hat zum Ziel, Interventionsmaßnahmen zur Unterstützung von Kleingruppenarbeit in innovativen Lehr-Lernformaten im Rahmen der Hochschullehre unter Einbeziehung einschlägiger pädagogisch-psychologische Forschungserkenntnisse zu konzipieren. Voraussetzung ist dabei zunächst der Aufbau einer Bibliothek von typischen Gruppenproblemen und Problemmustern, die in den untersuchten Kleingruppen auftreten. Darauf aufbauend erfolgt die Entwicklung eines Interventionsrepertoires für die im Projekt avisierten intelligenten Rückmeldungen und Steuerungsmaßnahmen zur Unterstützung der Kleingruppenarbeit. Im Hinblick auf die Interventionen werden zwei Typen unterschieden: Zum einen das Zurückspiegeln des momentanen Stands der Gruppenarbeit anhand von Kennzahlen oder auch von inhaltsbezogenen, semantischen Indikatoren, um die Gruppen- und Geschehenswahrnehmung (Group Awareness) zu unterstützen. Zum anderen die Generierung intelligenter Prompts, die auf Basis gezielter Diagnose der Gruppenarbeit passgenau erstellt werden, zur steuernden Unterstützung der Kleingruppen. Für beide Interventionstypen werden basierend auf pädagogisch psychologischen Grundlagenerkenntnissen entsprechende Maßnahmen konzipiert.

Im Kontext des Gesamtvorhabens bestehen wesentliche inhaltliche Schnittstellen mit der automatischen Analyse und Diagnose von Interaktionsmustern, wie sie in Teilvorhaben 3 entwickelt wird,  mit der Konzeption und den technischen Implementierungen intelligenter Rückmeldungen und Interventionen, wie sie in Teilvorhaben 1 entwickelt werden und zu den experimentalpsychologischen Untersuchung der Wirkmechanismen aus Teilvorhaben 3.  

Teilvorhaben 3

Learning Analytics und Wirkmechanismen

Im Kontext des Gesamtprojektes verfolgt dieses Teilvorhaben zwei wesentliche Ziele:

  1. die Bereitstellung von Analyseverfahren bezogen auf die Gruppeninteraktionen und damit die Generierung diagnostischer Information, welche wiederum die Grundlage für intelligente Hilfestellungen bildet sowie

  2. die Untersuchung der Wirkungen und grundlegenden Wirkmechanismen der auf die Gruppenarbeit gerichteten Interventionen.

Dabei liegt die Verantwortung für das 1. Ziel bei der Forschungsgruppe COLLIDE (Prof. Hoppe), während das 2. Ziel von der Sozialpsychologie (Prof. Krämer) verantwortet wird. Beide Gruppen gehören zur Abteilung für Informatik und Angewandte Kognitionswissenschaft in der Ingenieurfakultät der UDE und kooperieren auch im DFG-Graduiertenkolleg „User-Centred Social Media“ miteinander.

Zielsetzung 1 bildet die Grundlage von AP 2, Zielsetzung 2 von AP 5. Dementsprechend bestehen hier auch Hauptverantwortlichkeiten. Die wesentlichen Schnittstellen von Teilvorhaben 3 mit den anderen Teilvorhaben (TV) sind wie folgt:

  • Mit TV 1 wird gemeinsam an der technischen Infrastruktur und Lernumgebung (AP 1) gearbeitet. Hier werden seitens der UDE (und damit seitens TV 3) vor allem Moodle-Erweiterungen für verschiedene Aktivitäten wie die Gruppen-Spezifikation, Peer Reviewing sowie kooperative Texterstellung bereitgestellt. Basisversionen hierfür sind teilweise vorhanden, bedürfen aber einer erheblichen Erweiterung und Anpassung. Des Weiteren finden sich wichtige Interaktionen in AP 4, zunächst bei der Erstellung von Visualisierungen sowie dann auch bei den intelligenten Rückmeldungen und Prompts.

  • Mit TV 2 besteht eine enge Kooperation bei der Entwicklung des Interventionsrepertoires (AP 3). An dieser Stelle werden gemeinsam – einerseits basierend auf pädagogisch-psychologischem, andererseits basierend auf sozialpsychologischem Grundlagenwissen – Maßnahmen geplant, um die Gruppenarbeit auf Grundlage der jeweils diagnostisch feststellbaren Interaktionsprobleme zu optimieren. Ebenfalls wird gemeinsam geplant, wie diese Interventionen umgesetzt werden sollten. Auch in dem durch das vorliegende Teilvorhaben verantwortete Arbeitspaket 5 wird eng kooperiert, indem die experimentellen Settings gemeinsam geplant und durchgeführt werden.